Freitag, 25. März 2011

Stephie muss sich mal Luft machen..

Ich kann mir denken, dass ihr von meiner Krankengeschichte schon längst genug habt, aber mir tut es einfach gut mich hier "auszukotzen". Hinterher fühle ich mich immer ein Stück leichter.. Vor allem helfen mir eure zuckersüßen Kommentare super durch die schweren Stunden! Nochmal danke dafür. ♥ Gerade jetzt habe ich wieder meine melancholischen 5 Minuten, wo mir nur nach heulen zumute ist.

Körperlich geht es mir deutlich besser. Diese Schmerzen haben aufgehört! Nur spielt die Seele noch nicht so ganz wieder im Takt. Seit ich wieder Zuhause bin und diese Kontrolle rund um die Uhr und diese Sicherheit nicht mehr habe, welche im Krankenhaus ja herrschte, bin ich eine ziemlich ängstliche und unsichere Person geworden. Bei jedem Ziehen oder Pochen an den betroffenen Stellen, pocht das Herz wieder schneller vor Angst. Die Angst das irgendwas falsch läuft, oder dass es wieder von Vorne anfängt schleicht im Hinterkopf herum, wie ein Tiger der auf Beute lauert.

Die Operationswunde am Hals ist ja nach wie vor offen. Die Ärzte meinen, dass es so sein muss und dass sie von sich aus alleine zu heilen muss. Das wird wohl 6 Wochen dauern. Ich muss das Pflaster hier zu Hause ja nun alleine wechseln und mir wird jedes mal schlecht, sobald ich das Pflaster lüfte. Im Krankenhaus habe ich den Schnitt ja nie gesehen, aber nun Zuhause bleibt mir ja nichts anderes übrig. Die Wunde ist knappe 4-5 cm lang und klafft daher auch gut 1 cm weit auseinander, wo man regelrecht tief ins Fleisch schauen kann..

Entschuldigt die genaue Beschreibung, aber ansonsten versteht ihr meinen Ekel glaube ich nicht. Das die Narbe ziemlich unschön wird, wurde mir bestätigt und stört mich auch nicht weiter. Hauptsache gesund sind in dem Moment meine Gedanken. Außerdem erzählen Narben Geschichten und Geschichten sind doch immer spannend, oder?

Nur versetzt es meiner Seele irgendwie jeden Tag wieder einen Knacks, wenn ich die Wunde so sehe.. Vor allem stört es mich im Alltag auch so extrem! Ich kann mich nicht länger als für ein paar Sekunden bücken, weil es dort dann sofort anfängt zu pochen wie bekloppt. Ich kann keinen Schal tragen, weil die Wärme nicht gut ist und eine erneute Entzündung hervorzüchten könnte. Ich darf nicht auf der rechten Seite schlafen und liegen, weil ich die Hals und Kopfseite entlasten soll. Ich kann mir ja nicht mal mehr die Haare alleine waschen, da die Wunde nicht nass werden darf. Ich muss nun immer zu meiner Mama in den Friseursalon fahren, damit sie mir die Haare am Rückwärtswaschbecken waschen kann..

Ist doch zum kotzen. Da kann man doch nur verrückt werden. Die Haut um die Wunde ist von dem ewigen Pflaster kleben schon total im Arsch. Ich schminke mich so gut wie garnicht mehr, da Puder und Co die Pflaster ja nicht mehr kleben lassen. Die Pflaster sind ja nunmal leider so groß, dass sie oftmals auch das Kinn mitbedecken.. Man fühlt sich einfach nicht mehr wohl.. Und das soll jetzt 6 Wochen so gehen? Oder vielleicht auch noch länger? Da es darauf ankommt, wie das Gewebe sich verhält?

Noch dazu muss ich alle 2-3 Tage ins Krankenhaus zur Nachkontrolle. Ist ja auch alles schön und gut, wenn da nicht diese Wartezeit wäre.. Ich warte jedes mal zwischen 3-4 !!! Stunden auf eine Untersuchung, welche vielleicht 5 Minuten dauert? Dadurch ist der ganze Tag im Arsch.. Man kann nichts mehr planen..

Ich muss so lange warten, da ich ja kein direkter Notfall bin und weil ich keine akuten Schmerzen habe. Bei mir besteht kein direkter Handlungsbedarf, also kann ich ja warten.. Charmant oder? Ich sitze morgens um kurz vor 8 Uhr im Mund - Kiefer und Gesichtschirurgie - Warteabteil der Klinik, vor mir sind 3 Leute. Ich denke mir dann so: "Jipi! Heute dauerts nicht lange!" Die 3 Leute werden reingerufen, in der Zwischenzeit füllt sich der Wartebereich. Eigentlich wäre ich jetzt dran, doch Leute die viel später als ich kamen, kommen vor mir dran.. Und ich warte und warte und warte.. Dafür, dass mich jedes mal ein anderer Arzt abfertigt. Jeder Arzt sagt was anderes.. Was soll man da noch glauben?

Außerdem plagt mich seit ich wieder Zuhause bin ständiger Schüttelfrost. Laut Ärztin bin ich nicht krank, habe keinen Infekt und Co.. Sie meint es ist die Psyche, welche ich mal wieder in den Griff bekommen soll.. Nur wie, wenn momentan alles so aus der Bahn läuft?

Entschuldigt den langen Beitrag.. Aber so was brauche ich manchmal einfach mal. Wer sich das ganze durchgelesen hat, hat wirklich meinen Respekt verdient..

Danke fürs zuhören und schönen Tag noch..



Stephie...

Kommentare:

  1. ohje, mit dir möchte ich nicht tauschen. so schrecklich, wie du das beschreibst :-(
    ich wünsch dir gute nerven für die nächste zeit und daß keine weiteren komplikationen auftreten :-)

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  2. Die Wunde hört sich wirklich unschön an :/ Aber dass jetzt erstmal alles besser ist, als es vorher war, erleichtert einen ein wenig. Ich hoffe, dass diesbezüglich auch nichts mehr schief geht :) Das mit dem Warten bei Ärzten kenne ich nur zu gut. Und ich finde es regelrecht unverschämt einen solange warten zu lassen, obwohl man "nur" kurz drauf gucken muss und dann eigentlich alle anderen mit größeren wehwehchen dran könnten :/

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  3. du wurdest beschenkt:
    http://hier-schreibt-seelenmensch.blogspot.com/2011/03/blog-aktion-fur-japan.html

    Grüße

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  4. Hey, ich drück dir die daumen, dass das ganz schnell besser wird! Kann dir nicht jemand anders das pflaster wechseln oder kannst du es nicht sogar offen lassen, wenn du nur daheim bist? Ich hatte vor einer Weile auch einen Unfall von dem ich 2 (kleine) Narben im Gesicht behalten hab, insofern kann ich den Horror mit der Nabe gut nachvollziehen. In der Heilungszeit hab ich mich auch nicht geschminkt und ich trau mich auch erst jetzt, Monate später wieder mit Puder und co an die beiden Stellen.

    Ich drück dir die Daumen.

    Was machst du momentan? gehst du arbeiten/zur Uni? Hast du die Möglichkeit einige Tage auszuspannen?

    Liebe Grüße
    Ma

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